In der Septemberausgabe der HundeWelt ist ein Bericht über den Collie erschienen, in dem der vom Verlag als HundeWelt-Experte bezeichnete Christoph Jung ein negatives Zerrbild der Rasse Collie zeichnet. Der Club für Britische Hütehunde hat alle dort gemachten Aussagen eindeutig widerlegt, einen offenen Brief an den Minerva-Verlag geschickt und ihn aufgefordert, eine Gegendarstellung in der nächsten Ausgabe abzudrucken.
Die Texte des offenen Briefes und der Gegendarstellung finden Sie hier.
Brief an den Minerva Verlag und Gegendarstellung zum Herunterladen
Liebe Colliefreunde,
der Termin der Züchtertagung rückt immer näher. Bitte melden Sie sich für die Züchtertagung schnellst möglich bei mir an, damit ich einen Überblick erhalte, wie groß das Interesse und somit der Teilnehmerkreis, speziell für den ersten Tag ist. Darüber hinaus wäre es hilfreich für meine Planung, wenn ich auch früh genug weiß, wie die Resonanz zum „Geselligen Abend“ ausfällt. Selbstverständlich es auch möglich, nur am 2. Tag teilzunehmen. Von großem Interesse ist es sicherlich, wie geht es in der MDR1-Thematik bei unserer Rasse weiter. Hierzu werde ich auch Vertreter des Präsidiums zu der Züchtertagung bitten. Wichtig ist auch für die Planung, ob es ausreichendes Interesse für die Durchführung von ophtalmologischen Untersuchungen am 26.09.2010 gibt.
Also melden Sie sich bitte bald bei mir. Am besten per E-Mail mit Angabe der Adresse und Festnetztelefonnummer, damit ich auch ggf. weiteren Kontakt mit Ihnen aufnehmen kann.
Einladung und Tagesordnung zur Colliezüchtertagung (Langhaar)
25./26. September 2010, Schützenhaus Peine, Kantstraße 1a, 31224 Peine, Tel.: 0 51 71 / 5 06 99 60
Einzelzimmer schon ab 40.- €
25.09.2010 Beginn 14:00 Uhr
TOP 1: Begrüßung und Feststellung der form- und fristgerechten Einladung
TOP 2: Wahl eines Protokollführers
TOP 3: Beginn einer Zucht (allgemeine und formelle Vorraussetzungen)
TOP 4: Die Colliezucht früher und heute
(Woran orientierten sich früher Zuchtziele, woran orientieren sie sich heute)
TOP 5: Der Collie im Showring (Grooming und Showtraining in Theorie und Praxis)
Gemeinsamer geselliger Abend
26.09.2010 Beginn 10:00 Uhr
TOP 6: Gibt es einen Therapienotstand bei unserer Rasse?
(Auf welche Medikamente reagieren MDR1-/- Hunde evtl. sensibel)
TOP 7: Was erwarten wir von dem MDR1-Screening?
(Was ist mit offenem Ergebnis und Wissenschaftlicherbegleitung gemeint)
TOP 8: Reproduktion (Sichere Decktagbestimmung, Samenbank, künstliche Besamung)
TOP 9: Untersuchungsmöglichkeiten erblicher Augenkrankheiten
TOP 10: Bericht des Rassebetreuers
TOP 11: Feststellung der Anzahl stimmberechtigter Züchter
TOP 12: Wahl eines Wahlleiters und zweier Wahlhelfer
TOP 13: Wahl eines Rassebetreuers und Stellvertreters
(für die Stimmberechtigung bitte an die Zwingerschutzkarten denken)
TOP 14: Anträge der Züchtertagung (Anträge bitte bis zum 31.08.2010 an mich senden)
TOP 15: Verschiedenes
Durchführung von ophtalmologischen Untersuchungen erblicher Augenkrankheiten durch Frau Ulrike Koch (Mitglied des AKVO) bei entsprechender Voranmeldung!
Geringfügige Änderungen der Tagesordnung vorbehalten!
Wer nicht an beiden Tagen teilnehmen kann, sollte auf jeden Fall am 2. Tag dabei sein.
Dieser wird von der tierärztlichen Seite durch Frau und Herrn Dr. Koch gestaltet.
Augenuntersuchungen sind vor Ort möglich, wenn vorher eine Mindestanzahl von verbindlichen Anmeldungen bei mir eingehen. Ich hoffe auf eine rege Beteiligung und bitte um rechtzeitige Anmeldung, damit ich entsprechend planen und disponieren kann.
Mit freundlichen Grüßen,
gez. Claus-Peter Fricke
Peine, 25.10.2009
Liebe Colliefreunde,
nachdem das Amt des Rassebetreuers der Rasse Collie Langhaar seit geraumer Zeit nicht besetzt war und auch kein Stellvertreter zur Verfügung stand, habe ich mich bereit erklärt, dieses Amt kommissarisch bis auf Weiteres zu übernehmen, damit gerade in der MDR1 Diskussion die Rasse Collie in der Innen- und Außenwirkung entsprechend vertreten wird.
Es ist sehr bedauerlich, dass der Ruf unserer liebevollen Rasse Schaden genommen hat und unter den Colliezüchtern eine große Verunsicherung entstanden ist. Sicherlich hatte sich niemand etwas Böses dabei gedacht, als wir vor ca. gut drei Jahren den ersten Aufforderungen der Uni Gießen folgten, Blutproben unserer Collies zwecks eines MDR1 Gentest einzuschicken. Wusste man doch bereits seit vielen Jahren, dass Collies und zum Teil auch artverwandte Rassen empfindlich auf den Wirkstoff Ivermectin reagierten, so sollte nun der Grund in einer genetischen Mutation des Gens MDR1, des Gens, welches für die Blut-Hirn-Schranke zuständig ist, begründet sein. Um Gewissheit und noch mehr Informationen darüber zu gewinnen, haben wir auch gerade als Colliefreunde dieses wissenschaftliche Interesse auch mit den Test unserer Collies unterstützt. Gern kamen wir entsprechenden Aufrufen im Sinne der Wissenschaft und Forschung nach, denn wir wollten bezüglich der entsprechenden Medikamentensensibilität Klarheit haben. Niemand von uns dachte zu diesem Zeitpunkt wohl daran, Lobbyismus und Monopolismus zu fördern oder Bestimmungen zu schaffen, die unsere züchterische Freiheit einschränken sollten. Schon gar nicht war uns daran gelegen, dass MDR1 Kampagnen im Internet den Ruf der Rasse Collie beschädigen. Ich möchte niemandem unterstellen, dass vorsätzlich oder eigennützig solche Kampagnen initiiert wurden, man hat wohl die Folgen ganz einfach unterschätzt. Die Rufschädigung, die den Collies dadurch zugefügt wurde, ist wohl schwerlich wieder gut zu machen. Unser Ziel muss es erstmal sein, den Ruf des Collies, als gesunde und widerstandsfähige Rasse mit einer durchschnittlichen Lebenserwartung von ca. 14 Jahren in der Öffentlichkeit wieder herzustellen. Darüber hinaus sollten wir ein mehrjähriges Screening mit den Zuchthunden durchführen und dieses wissenschaftlich begleiten. Ob eine Meidezucht auf MDR1 -/- möglich und notwendig ist, sollte an weitere wissenschaftlich fundierte Erkenntnisse geknüpft sein.
Nach bisheriger These hat sich diese Genmutation über zwei Jahrhunderte in der Kynologie gehalten und verbreitet, ohne dass gesundheitliche Schäden aufgetreten sind. Hier eine Zusammenfassung der für uns interessanten wissenschaftlichen Ergebnisse zweier Untersuchungen von Dr. Mark Neff von der Universität von Kalifornien und seinen Kollegen aus den Jahren 2001 und 2004 zur Verbreitung und genetischen Variationen der MDR1-Mutation (übersetzt und zusammengefasst von Sarah Boyd):
Mark Neff und Kollegen untersuchten über hundert Hunderassen auf MDR1-Mutationen im Genom und sind dabei auf über 10 verschiedene Varianten der MDR1-Mutation gestoßen. Basierend auf diesen verschiedenen Varianten und deren relativer Häufigkeit in den einzelnen Rassen konnten die Forscher berechnen, dass die ersten MDR1-Mutationen zwischen 1400 und 1700 aufgetreten sein müssen und danach durch Verpaarungen zwischen den damals noch gar nicht etablierten Rassen verbreitet wurden.
Interessanterweise tritt die MDR1-Mutation heute in den Stichproben der Forscher in gleichem Maße bei englischen und amerikanischen Collies auf.
Insbesondere weisen die Forscher auf einen vermuteten Zusammenhang zwischen der MDR1-Mutation und der Langhaarigkeit hin, was beim Shetland Sheepdog und beim Lomghaired Whippet zu einer Konzentration auf einen bestimmten Typ der MDR1-Mutation führte. Ein überraschendes Ergebnis der Studie war, dass einzelne Sighthound-Rassen (auf Sicht jagende Jagdhunde) ebenfalls von der MDR1-Mutation betroffen sind. Neff und Kollegen folgern daraus Verpaarungen zwischen den Rassen noch im 20. Jahrhundert.
Bezogen auf den Zusammenhang zwischen MDR1-Mutation und Ivermectin-Sensitivität weisen Neff uns Kollegen darauf hin, dass trotz bestätigter Ivermectin-Sensitivität bei den Rassen Border Collie, Bearded Collie und Australian Cattle Dog bislang keine MDR1-Mutationen entdeckt wurden, und dass Medikamenten-Unverträglichkeit in den seltensten Fällen auf ein einzelnes Gen zurückgeführt werden kann. Gleichzeitig weisen sie darauf hin, dass auch bei heterozygot betroffenen Collies wissenschaftliche Belege über Medikamenten-Unverträglichkeiten vorliegen.
Doch was den einen Medikamenten ein Fluch, kann den anderen ein Segen sein: Bei MDR1 (-/-)-Hunden können Krebsgeschwüre besser medikamentös behandelt werden, weil die Krebsmedikamente leichter in den Tumor eindringen und dort wirken können.
Abschließend empfehlen die Wissenschaftler, zunächst die Tierärzteschaft aufzuklären und vor einer Therapie mit Ivermectin oder vergleichbaren Medikamenten einen MDR1-Gentest zu verlangen. Gleichzeitig warnen sie wegen der starken Verbreitung der MDR1-Mutation bei den Collies vor übereilten Zuchtprogrammen, die viel schwerwiegendere Folgen für die Gesundheit unserer Rasse haben können: Selbst wenn nur bei 10% einer Rasse die Mutation (rein oder mischerbig) vorliegen würde, müsste man über mehrere Generationen daran arbeiten, den Genpool nicht zu sehr einzuengen. Neuere aussagekräftige wissenschaftliche Erkenntnisse gibt es bis heute darüber hinaus noch nicht. Somit sollte mit dem Thema MDR1 weiterhin seriös und ohne Panik umgegangen werden. Übereilte Zuchtmaßnahmen sind absolut unnötig, den die MDR1 Genmutation gibt es seit einigen Hundertjahren.
In Kürze werden wir ein Aufklärungsblatt über problematische Arzneimittel und entsprechende Ersatzarzneimittel herausgeben.